Gedankenfutter: Josh Waitzkin – The Art of Learning

Josh Waitzkin - The Art of Learning

Gut essen ist wichtig. Wir alle wissen, dass alles zählt was wir in unseren Körper lassen. Auf der anderen Seite ist es auch von Bedeutung, den Verstand mit der richtigen Nahrung zu versorgen. Lesen und lernen ist ein sehr wichtiger Teil von Persönlichkeitsentwicklung und ich lese daher Bücher zu vielen verschiedenen Themen. Wann immer ich auf eines stoße, das besonders wichtige Erkenntnisse oder Lektionen beinhaltet, teile ich es in dieser neuen Serie.

Heute auf dem Teller: The Art of Learning von Josh Waitzkin

Im Park an einem Wintertag entdeckte Josh Waitzkin im Alter von sechs Jahren seine Liebe zum Schach. Die nächsten 10 Jahre verbrachte er damit, das Spiel zu meistern, gewann im Zuge dessen acht nationale Meisterschaften, besiegte mit zehn Jahren seinen ersten Schachmeister und wurde mit 16 selbst Meister auf internationaler Ebene. Das Buch Searching for Bobby Fischer, welches sein frühes Leben nachzeichnet und einen Film mit gleichem Namen nach sich zog, bescherte ihm Bekanntheit jenseits der Schachwelt.

Nach seinem Leben als Wunderkind des Schachs widmete sich Waitzkin der Kampfkunst Tuishou (推手 - Pushing Hands). Seine „zweite Kunst“, wie er sie nennt, bescherte ihm 13 Titel auf nationaler Ebene und ein zweimaliges Gewinnen der Weltmeisterschaft in Taiwan. „The Art of Learning“ beschreibt die Phasen seines Lebens und die Lektionen, die Waitzkin während seiner Jahre in Wettbewerben auf Weltebene gelernt hat. Es ist ein Buch über das Lernen und Meistern und die Psychologie von Leistungsfähigkeit auf höchstem Level.

Persönliche Lektionen

Schrittweise Verbesserung – Wenige bedeutende Dinge im Lebenkann man von einem Moment auf den anderen erreichen. Fast alles erlangt man auf die gleiche Weise wie ein Marathon gelaufen wird – Schritt für Schritt. Die Suche nach sofortiger Befriedigung ist ein Rezept für Ungeduld und Frustration. Ich weiß das sehr genau, da ich beim Angehen größerer Projekte (Firma/Blog/Produktkreation) fast jedes Mal diesen Fehler mache. Aber ich werde allmählich besser. The Art of Learning hat mich daran erinnert den Prozess zu genießen. Konzentriert euch erst auf Einsatz und kleine Schritte, dann auf Resultate.

Mit Imferpektion Frieden schließen – Es gibt keine Perfektion. Sie existiert nicht. Akzeptiert es. Alles hat einen Makel. Der Versuch perfekt zu sein ist wie der Versuch, Wasser aus einem sinkenden Boot zu schöpfen. Mit einer Gabel. Im Regen. Perfektion ist der Feind des Guten. Das ist meine persönliche Achillessehne und das, woran ich derzeit am meisten arbeite. Erwartet nicht, dass die Dinge perfekt sind. Fühlt euch wohl im Chaos. So erspart ihr euch eine Menge Frustration und verschwendete Zeit.

Mit dem Flow gehen – Die Welt kann ein unordentlicher und chaotischer Ort sein. Dinge verändern sich jeden Moment. Seid flexibel und geht mit dem natürlichen Rhythmus. Heißt Veränderung willkommen. Das Buch benutzt die Metapher eines Grashalms, der sich mit dem Wind bewegt und einem trockenen Zweig, der unter dem Druck zerbricht. Seid kein Zweig (das beste Mantra seit langem?).

Unbequemlichkeit bewusst aufsuchen – Seit einer Panikattacke im Flieger (Kontrollverlust ist nicht mein Ding) hatte ich relativ ernste Flugangst. Wollt ihr wissen, was ich damit gemacht habe? In viele Flugzeuge gestiegen. Es ist inzwischen besser geworden. Nicht perfekt, aber besser. Waitzkin rät dazu, uns dem auszusetzen, was uns unbequem ist um so auch unter Druck einen klaren Kopf behalten zu können. Ich stimme dem zu. Es gibt einem unter Umständen auch die Gelegenheit, fremde Orte zu besuchen.

In Verlust investieren – Verlieren macht keinen Spaß. Ich kenne niemanden, der es gerne macht. Doch es gibt verschiedene Perspektiven auf Verlieren und Fehler machen. Die meisten Menschen denken, dass beides ein persönlicher Makel ist. The Art of Learning betrachtet Verlieren in einem anderen Licht: als Investition. Wer verliert, investiert in den Lernprozess. Es zeigt uns, wie es nicht gemacht wird. Dass ein anderer Ansatz nötig ist. Wer in Verlust investiert, investiert in sich selbst.

Zusammenfassung

Ich habe mich dazu entschieden, dieses Buch detaillierter vorzustellen, weil ich es selbst sehr inspirierend und voller wertvoller Lektionen fand. Was mir vor allem gefällt, ist der organische Ansatz zum Meistern von Fähigkeiten: auf kleine Erfolge konzentrieren, sich durchgehend fordern und im Verlauf des Lernprozesses anpassen. Die Aussage des Buches ist noch dazu in einen einfach zu lesenden und unterhaltsamen Schreibstil verpackt.

Ich stimme Waitzkins Ansatz voll und ganz zu, nach zugrunde liegenden Prinzipien zu suchen anstatt oberflächliche Taktiken und Techniken zu lernen. Für ihn gibt es keine Grenzen zwischen unseren täglichen Aktivitäten. Das, was man in einem Bereich des Lebens lernt, kann in allen anderen Bereichen angewandt werden. Dies erinnert mich an die Augenblicke, wo ich mich dabei ertappe, wie ich während des Kampfkunsttrainings gelernte Dinge bei der Arbeit oder im Fitnessstudio einsetze oder andersherum.

Ich empfehle dieses Buch allen, die daran interessiert sind Lernen als mehr als die Ansammlung von Wissen zu begreifen und zwar als eine Kunst für sich. The Art of Learning gibt es hier. Alle Buchempfehlungen finden sich auch auf der Ressourcenseite.

Was sind die wichtigsten Bücher eures Lebens? Welche Bücher lest ihr immer und immer wieder? Welche haben euch die wichtigsten Lektionen beigebracht? Erzählt uns davon in den Kommentaren.

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