Grenzen ziehen oder Warum ich wieder eine feste Bettzeit habe

mental boundaries

In den letzten beiden Jahren habe ich an meinem ersten Unternehmensprojekt herbiwarrior gearbeitet (wie Du wahrscheinlich weißt, wenn Du das hier liest). Es hat mir viel Spaß gemacht und war sehr erfüllend. Ich kann mich nicht daran erinnern, jemals so viel in so kurzer Zeit gelernt zu haben wie in den zwei Jahren an diesem Projekt.

Allerdings gab es zwischendurch immer wieder Momente, in denen ich aufgeben wollte. Warum? Weil ich unglaublich gestresst war. Es stellt sich heraus, dass Unternehmer sein auch viele Nachteile hat, zum Beispiel der Mangel an einem festem Gehalt, dass man alles selbst organisieren muss oder, dass die Familie sich darum sorgt, „was der Junge jetzt wieder macht“.

Für mich ist es außerdem das Fehlen eines festen Arbeitsrhythmus. Ironischerweise vermisse ich das 9 to 5. In den letzten beiden Jahren habe ich durchgehend improvisiert. Ich bin zu den verschiedensten Zeiten aufgestanden und ins Bett gegangen, mein Terminplan war eine einzige Änderung und in meinem Leben allgemein fehlte es an Routine.

Als Folge war ich immer am Arbeiten. Sogar wenn ich auf der Couch lag, habe ich über Arbeit nachgedacht. Da es keine Grenze gab zwischen Arbeitszeit und Freizeit, gab es theoretisch immer etwas, das ich tun hätte tun können. Das war mental sehr anstrengend und meiner Konzentration und Energie nicht förderlich. Ich war oft kurz davor, das Handtuch zu werfen.

Damit bin ich nicht alleine. In einer Zeit, in der Technologie uns 24 Stunden erreichbar macht, ist abschalten und Pause machen eines der schwersten Dinge. Unser Leben ist gefüllt mit Unterbrechungen und Anfragen von allen Seiten und über die unterschiedlichsten Kanäle. Kein Wunder, dass unsere Arbeitszeit oft in unser Privatleben übergeht.

Grenzen setzen

Ich selbst musste feststellen, dass ich die Kontrolle über mein Leben wiedererlangen muss, wenn ich weitermachen will. Als ersten Schritt habe ich daher Klammern für meinen Tag eingeführt. Ich stehe morgens zur gleichen Zeit auf und gehe abends zur gleichen Zeit ins Bett, starte meinen Arbeitstag um 9 Uhr und beende ihn um 17 Uhr. Das gibt mir einen Rahmen, in den ich meinen Tag einpassen muss und hat einige positive Effekte für mein Leben:

Wiedereroberung der Freizeit – Während ich vorher oftmals in einer Grauzone gelebt habe, weder arbeitend noch mich entspannend, gibt es nun eine klare Abgrenzung zwischen diesen beiden Aktivitäten. Wenn der Arbeitstag vorbei ist, ist er wirklich vorbei. Ich kann mich frei entspannen und meine Zeit ohne Zweck und Ziel einsetzen.

Verbesserte Konzentration während der Arbeit – Dies ist ein angenehmes Nebenprodukt. Damit meine Arbeitszeit nicht mehr in meine Freizeit übergreift, muss ich alles vorher erledigen. Da Aufgaben sich umso mehr ausdehnen und an Komplexität gewinnen, je mehr Zeit für sie zur Verfügung steht, zwingen Deadlines mich dazu Unnötiges zu eliminieren.

Verbesserter Schlaf – Nach dem ich in der Vergangenheit oft an Schlaflosigkeit gelitten habe, hat mein neuer Tagesablauf die Zeit, die ich zum Einschlafen brauche, drastisch reduziert. Während ich vorher nach dem Lichtausschalten oft für eine Stunde oder länger wachlag, komme ich nun am nächsten Morgen zu mir ohne Erinnerung daran, was passiert ist, nachdem das Zimmer dunkel wurde. Ich hatte von diesem Ansatz bereits vorher gelesen (er nennt sich Schlafhygiene), war aber bisher an der Umsetzung gescheitert.

Mehr Stabilität – Es ist beeindruckend zu sehen, was für einen großen Effekt diese kleine Änderung in meinem Leben hat. Ich habe mir eine verlässliche Basis geschaffen, von der aus ich weitere Schritte unternehmen kann, um mein Leben weiter zu verbessern. Obwohl die Rahmenbedingungen starrer sind, fühlt sich mein Leben durch den Gewinn an Stabilität flüssiger an.

Natürlich funktioniert dieser Ansatz nicht hundert Prozent der Zeit. Da viele Dinge außerhalb unserer Kontrolle sind, muss man auch eine gewisse Flexibilität erlauben. Jedoch ist es ein gutes Fundament und ich ermutige dazu, es selbst auszuprobieren.

Was gibt Dir das Gefühl von Stabilität? Hast Du einen geregelten Tagesablauf? Oder ist Dein Ansatz ein komplett anderer? Erzähl uns davon in den Kommentaren.

Wichtig! Wir arbeiten derzeit an neuen Produktideen für herbiwarrior und würden Dich gerne dafür um Hilfe bitten. Wenn Du jemals etwas von dieser Seite gekauft hast, kannst Du demnächst mit einer freundlichen Hilfsanfrage per Email rechnen. Mehr dazu im nächsten Post.

Bildquelle: flickr

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