Gedankenfutter: Dale Cargnegie – How to stop worrying and start living

Dale Carnegie How to stop worrying and start living

“If a man will devote his time to securing facts in an impartial, objective way, his worries will usually evaporate in the light of knowledge.”

Das Leben kann beängstigend sein und überfordern. Es gibt sehr viele Dinge, die außerhalb unserer Kontrolle liegen. Das Internet und die Medien schaffen eine Verbindung zu allen schlechten Nachrichten, die irgendwo auf der Welt passieren. Es gibt eine Menge Dinge, um die wir uns Sorgen machen können, also tun wir es auch.

Das Geld, die Arbeit, die Gesundheit, Geschäfte, Beziehungen, Sicherheit – in unserer Ära des rapiden Wandels und dem Überangebot an Informationen steigen die Zahlen an Burnout und Depressionen stark an. Daher ist es sehr wichtig, Strategien zu entwickeln, die es erlauben damit umzugehen.

Dale Carnegie ist ein Klassiker in der Selbsthilfeliteratur. Sein Name kommt oft in Verbindung mit seinem bekanntesten Buch How to win friends and influence people auf, das ein Bestseller zum Thema Wirtschaftskommunikation war und noch heute sehr bekannt ist. Eigentlich Händler, unterrichtete Carnegie zuerst Rhetorikseminare für öffentliches Auftreten und begann später Bücher über Erfolg und Networking zu schreiben und zu veröffentlichen.

Trotz des leicht kitschigen Titels ist How to stop worrying and start living voll mit soliden Ratschlägen zu Veränderung der inneren Einstellung, Techniken und kleinen Tricks, die jeder nutzen kann um beunruhigende Gedanken zu mindern. Ich habe ich das Buch gelesen nachdem Tim Ferris es in seinem Reddit AMA empfohlen hat. Den Rat darin fand ich ebenso effektiv und angemessen in der heutigen Zeit wie als das Buch geschrieben wurde.

Behalte beim Lesen von Dale Carnegie im Hinterkopf, dass das Buch alt ist und die Sprache daher teilweise nicht auf dem neuesten Stand. In manchen Fällen ist das unterhaltsam, in anderen durch Carnegies freien Gebrauch von Worten, die heute als rassistisch bedenklich angesehen würden, für den modernen Leser etwas verstörend. Trotzdem ist sein Rat gut.

Hauptlektionen

Lebe in abgeschlossenen „Tageseinheiten“

Denk nur an heute. Betrachte den Tag als eine feste Einheit mit einem Start- und Endpunkt über die hinaus nichts von Bedeutung ist. Das Buch ruft das Bild hervor von „Eisentüren zu Vergangenheit und Zukunft“, die verschlossen werden. Ich merke, dass ein Herangehen an jeden Tag als einzelne Einheit den Fokus erhöht und es erlaubt, alle Energie auf Veränderungen zu konzentrieren, die wir heute vornehmen können ohne über Fehler in der Vergangenheit oder Pläne für die Zukunft nachzudenken.

Akzeptiere das Worst-Case-Szenario

Oftmals laufen wir mit einem sehr unscharfen Bild dessen durch die Gegend, worüber wir uns eigentlich Sorgen machen. Wir fürchten uns vor „etwas Schlimmem“ ohne einen Moment innezuhalten und zu definieren, was das genau ist. Wenn Du Dich hinsetzt und Dein absolutes Horrorszenario aufschreibst und es dann komplett akzeptierst, hört es auf beängstigend zu sein. Das Monster ist aus dem Schrank.

[Diese Technik funktioniert noch besser, wenn Du einen Schritt weitergehst, wie es in der 4-Stunden-Woche beschrieben wird: Nachdem Du den schlimmsten Fall definiert hast, denke darüber nach, was Du tun würdest, wenn es so weit kommt. Du wirst oft merken, dass selbst wenn dieser Fall eintritt (was selten passiert), Du in der Lage bist damit umzugehen. Deinen Ängsten auf diese Art zu begegnen kann ist sehr wirkungsvoll.]

Sammle unvoreingenommen die Fakten

Meistens sind solche Dinge, die wir als Probleme ansehen, nur Fakten die wir in Probleme verwandelt haben, weil wir sie mit negativen Gefühlen mischen. Unsere Ängste und Egos stellen sich uns in den Weg, wir können nicht mehr analytisch und lösungsorientiert denken und kreieren damit Monster aus Herausforderungen, die absolut lösbar sind. Carnegie rät zu zwei Techniken, um strukturelles Denken in den Prozess zu bringen:

  1. Tue so als würdest Du die Informationen nicht für Dich sondern für jemand anderes beschaffen. Auf diese Weise kannst Du Dich davon distanzieren und die Emotionen aus der Gleichung entfernen.
  2. Nimm die Rolle eines Anwalts an, der die Gegenseite vertreten wird. Versuche sämtliche Argumente und Fakten gegen Dich selbst zu finden. Alles, was Deinem Ziel entgegensteht. Auf diese Weise siehst Du Dir auch das an, was Du ansonsten vermeiden würdest.

Schreib Deine Sorgen auf

Meiner Meinung nach sollte jeder Mensch täglich schreiben. Es ist bei Weitem die beste Art und Weise, Klarheit ins Denken zu bringen. Diese Technik ist dabei keine Ausnahme.

Schreibe folgende zwei Überschriften auf ein Blatt Papier:

  1. Worüber mache ich mir Sorgen?
  2. Welche Lösungen gibt es dafür?

Beantworte diese beiden Frage. Sei präzise darin, was Du fürchtest und worüber Du Dir Sorgen machst und finde zu jedem Punkt eine Antwort. Dies wird Dir die nächsten Schritte aufzeigen, die Du dann sofort angehen kannst. Siehe auch den nächsten Punkt.

Werde aktiv

Sorgen entstehen oft, wenn wir zu viel Zeit zur Verfügung haben, unsere Gedanken sich nur um uns selbst drehen und wir uns innerlich verrückt machen. Die Lösung dafür: Aktiv werden. Warst Du jemals zu nervös/besorgt/verängstigt um irgendetwas zu tun, hast trotzdem angefangen und fandest Dich dann so in die Arbeit vertieft, dass Du alle Deine Ängste vergessen hast? Du kannst Dich aus kritischen Lagen nicht herausdenken (oder zu Erfolg und besserer Gesundheit hindenken). Du kannst nur aktiv werden.

[Oder wie Marie Forleo, eine der Bloggerinnen, denen ich folge, es ausdrückt: „Clarity comes from engagement, not thought“.]

Lieblingszitate

“When once a decision is reached and execution is the order of the day, dismiss absolutely all responsibility and care about the outcome.”

“Rest is not a matter of doing absolutely nothing. Rest is repair.”

Fazit

Die Anforderungen des alltäglichen Lebens können schwer wiegen. Es ist leicht, hin und wieder den Überblick zu verlieren und von den eigenen Emotionen überwältigt zu werden und ich bin da keine Ausnahme. In der Vergangenheit habe ich oft versucht, alle Eventualitäten einzuplanen, so unwahrscheinlich sie auch seien, und lag oft nachts wach in Gedanken von einem schlimmsten Fall zum nächsten springend. Definitiv eine meiner produktiveren Phasen.

Wenn so etwas passiert ist es wichtig, Strategien bei der Hand zu haben, die es Dir erlauben einen Schritt zurück zu machen und die Situation zu analysieren anstatt sich von ihr überwältigen zu lassen. Das Buch bietet ein paar sehr effektive Techniken, die genau das ermöglichen. Ich persönlich finde das Aufschreiben meiner Sorgen und Lösungen dafür besonders effektiv. Es ist simpel, kann aber eine sehr starke Veränderung im Denken bewirken. How to stop worrying and start living gibt es auf amazon.

Weitergehende Literatur

Tim Ferris – The 4-hour workweek

Eckhardt Tolle – The Power of Now

Welche sind die wichtigsten Bücher, die Du in Deinem Leben gelesen hast? Welche liest Du immer und immer wieder? Aus welchen hast Du die wichtigsten Lektionen gelernt? Erzähl mir davon in den Kommentaren.

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2 Kommentare

  1. 13 / Mär / 2014

    Hallo Nick,
    danke für die Tipps am frühen Morgen. Mal sehen, ob sie helfen.
    Einige Anmerkungen: ich fände es schön, wenn du auch die Zitate übersetzen würdest.
    Einen Tag als Einheit finde ich schon zu lang. Wenn ich nicht in dem Moment bin, bei dem Pferd, das ich gerade trainiere, bei dem Klienten, der vor mir sitzt, bin ich m.E: schon nicht mehr am richtigen Platz und Zeitpunkt.
    Mein Buch: Charles Duhigg: Die Macht der Gewohnheit. Er zeigt, dass irgendwo anfangen mit Veränderung, das eigene Leben, große Unternehmen und sogar Gesellschaften verändern können. Meine Empfehlung: Kauft es im örtlichen Buchhandel, damit die Innenstädte nicht noch langweiliger werden und auch kleine Unternehmen Bestand haben können.
    Schönen Tag.
    Daniela Kaminski

    • 16 / Mär / 2014

      Danke für den Buchtipp, es steht bereits auf meiner Liste und wird bestimmt irgendwann hier erscheinen. Die Zitate zu übersetzen ist wahrscheinlich eine lohnenswerte Idee. Ich werde es beim nächsten Buch einmal ausprobieren.

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