Das Ende der Ausflüchte oder Was, wenn Du keine Wahl hättest?

How to stop making excuses

Gab es in Deinem Leben einmal etwas, das Du wirklich wolltest? Ein Ziel oder einen Traum, etwas das nach Dir rief und an Dir zerrte? Und trotzdem bist nie dazu gekommen es tatsächlich zu tun oder zu erreichen oder auch nur einen Schritt in die Richtung zu unternehmen?

Hat Angst Dich jemals davor zurückgehalten nach dem zu streben was Du wolltest? Hast Du aus Furcht das Ziehen in Deinem Bauch und in Deiner Brust ignoriert? Hast Du Deine Tage damit verbracht Dinge zu tun, die Dir nicht wichtig waren, nur weil sie Sicherheit boten?

Ich habe das in meinem Leben oft getan. Zu oft. Bis zu dem Punkt, an dem ich keine Lust mehr hatte.

Vor einigen Jahren diktierte Angst mein Leben. Ich fühlte mich gelähmt und als ob ich feststeckte. Es gab so viel, das ich tun, lernen und sein wollte. Trotzdem blieb ich an einem Ort stehen. Trat auf der Stelle.

Natürlich habe ich nicht nichts getan. Ich habe die Uni absolviert, Geld verdient, Miete gezahlt, hatte Essen auf meinem Teller. Das Leben war nicht abgrundtief schlecht.

Aber gleichzeitig scheiterte ich an den Dingen, die mir wirklich wichtig waren. Sachen, die ich seit 10 Jahren mit mir herumtrug und von denen ich dachte „eines Tages mache ich das“ aber dann tat ich es nie.

Es waren Dinge, die ich mir von ganzem Herzen wünschte, Träume, die Feuer in meinem Bauch und Hoffnung in meiner Brust entfachten, doch kam ich nie dazu sie zu erreichen.

Ich fühlte mich lange wie ein Versager.

Wie steht es mit Dir?

Vielleicht findest Du Dich darin wieder. Vielleicht hast Du das Gleiche erlebt oder erlebst es weiterhin. Vielleicht wachst Du morgens auf und bist unzufrieden mit dem was Du machst und sehnst dich verzweifelt nach Veränderung.

Vielleicht ist es etwas, dem Du ausweichst. Deine nachlassende Gesundheit. Die Tatsache, dass Dein Gewicht sich allmählich auf Deinen Körper auswirkt. Das es schwerer und schwerer wird, die Treppen zu steigen.

Oder Du hältst Dich bei der Arbeit gerade über Wasser. Strampelst, schiebst auf, machst Dinge, die weder Dir noch jemandem anderes wichtig sind. Schiebst Papier durch die Gegend, bist zwar beschäftigt, aber kommst niemals dazu, die wichtigen Dinge zu tun?

Vielleicht wolltest Du anfangen Sport zu machen, hast aber jede Ausrede benutzt, es nicht zu tun. „Ich gehe morgen“, „Ich bin müde“, „Ich glaube, ich bin eher ein Morgenmensch“, „Was wenn sie etwas im Fernsehen zeigen, dass nie wieder kommt?“.

Du weißt selber, dass es Blödsinn ist aber trotzdem… Trotzdem.

Oder vielleicht ist es alles zusammen. Vielleicht fühlt sich Dein Leben komplett an, als ob es außer Kontrolle wäre. Vielleicht weißt Du gar nicht erst wo Du anfangen sollst.

Ich kann es nachfühlen. Ich habe mich in meinem Leben oft so oder so ähnlich gefühlt.

Es ist Zeit, etwas zu ändern

Heute möchte ich ein Gedankenkonzept teilen, was mir in meinem Leben sehr geholfen hat und über das ich ganz zufällig gestolpert bin. Es ist mir auf einer Reise nach Deutschland eingefallen.

Um die Geschichte zu verstehen, musst Du wissen, dass ich Angst vorm Fliegen habe.

Nicht die Nicht-der-größte-Fan-vom-Fliegen Angst, sondern die Herzrasen-klamme-Hände-zittrige-Beine Angst.

Es war nicht immer so, aber an einem Punkt meines Lebens hatte ich an Bord eines Fliegers eine Panikattacke und seitdem feuert mein Unterbewusstsein aus allen Rohren, wenn ich versuche eine dieser fliegenden Maschinen zu besteigen.

Ich war also am Flugsteig und absolvierte meine gewohnte Routine. Pulsrasen, Schwitzen, heimliches Bereuen, das Ticket gekauft zu haben, gleichzeitig versuchend mich selbst zu beruhigen, tief durchzuatmen und all die anderen Tricks, die ich über die Jahre gesammelt hatte um mich an Bord zu bekommen.

Bis dieser eine Gedanke in meinem Kopf auftauchte: „Was, wenn ich keine Wahl hätte?“

Was als nächstes passierte war erstaunlich. Ganz plötzlich war ich konzentriert. Meine Nerven hörten auf zu vibrieren, als ob ich davor wäre, von einer Klippe zu springen. Meine Gedanken hörten auf zu rasen und insgesamt fühlte ich mich – normal.

In dem Moment realisierte ich, dass ich unterbewusst nach einem Ausweg gesucht hatte. Ich hatte versucht Gründe zu finden, nicht an Bord des Flugzeugs zu gehen, mich aus der Verpflichtung herauszuwinden zu fliegen.

Nachdem ich diese Möglichkeit in meinem Kopf eliminiert hatte, hörte mein Verstand auf, nach einer Ausstiegsstrategie zu suchen und ich hörte auf innerlich gespalten zu sein. Es war wie eine Wunderpille.

Diese Erfahrung geht Hand in Hand damit, dass normalerweise der Großteil meiner Nervosität in dem Moment verpuffte, wenn der Flieger auf der Startbahn war und beschleunigte gab. In dem Moment legte sich innerlich ein Schalter um.

Vor diesem Moment wäre es theoretisch noch möglich gewesen, den Flieger zu verlassen (praktisch wahrscheinlich nicht, aber wer hat gesagt, dass das Ganze eine rationale Sache ist).

Der Moment jedoch, indem der Pilot Vollgas gibt, ist der Punkt ohne Rückkehr. Kein Zurück. Und in diesem Moment wurden meine sämtlichen Ressourcen auf etwas anderes gerichtet.

Was ich kann, kannst Du auch

Zurück zu Dir. Zurück zu dem, wovor Du davonläufst. Oder dem, was Du Dir sehnlich wünschst.

Was, wenn auch Du keine Wahl hättest? Was, wenn Du Dir keinen Ausweg ließest? Was, wenn Du sämtliche andere Optionen ausschließen und Dich ein für allemal entscheiden würdest? Ohne Zurück.

Denn ich will ja nicht der Überbringer schlechter Nachrichten sein, aber es wird niemand kommen und Dich retten. Keine Fee wird ihren Zauberstab schwingen und plötzlich verschwinden all Deine Probleme und lösen sich in Luft auf.

Und selbst wenn. Selbst wenn jemand anderes sich um alles kümmern würde, ist es das worum es bei der Verantwortung fürs eigene Leben geht?

Ich weiß, es kann Angst einflößend sein sich zu entscheiden.

Was, wenn ich versage? Was, wenn ich nicht gut genug bin? Was, wenn ich mich nicht ändern kann?

Es ist sehr einfach, Gründe zu finden, Dinge nicht zu tun. Schlupflöcher zum Herauswinden zu lassen.

Es gibt eine unendlich Zahl an Vorwänden und Entschuldigungen, wie fadenscheinig sie auch sein mögen. Du könntest wahrscheinlich innerhalb von fünf Sekunden mit zehn davon um die Ecke kommen. Ich ebenso.

Aber bist Du es nicht leid, Dich für Dich selbst zu entschuldigen? Bist Du nicht müde, das zu verschieben, was Dir wirklich am Herzen liegt? Oder einen weiteren Tag damit zu verbringen, Dich zu fühlen als ob Du feststeckst und als ob Du keine richtigen Veränderungen in Deinem Leben vornehmen kannst?

Ich hatte darauf irgendwann keine Lust mehr. Habe es immer noch nicht.

Angst zu haben ist Teil des Ganzen. Es ist der Preis, den Du zahlen musst. Es bedeutet einfach, dass was auch immer Du versuchst zu erreichen, Dir wichtig ist. Es heißt, dass es Dir genug bedeutet, um Dir etwas auszumachen, wenn es Dir nicht gelingt. Und das ist keine schlechte Sache.

Was also, wenn Du keine Wahl hättest?

Was, wenn Du komplett die Verantwortung dafür übernehmen würdest, was in Deinem Leben passiert oder nicht?

Was, wenn Du aufhören würdest, nach einer Lösung außerhalb von Dir zu suchen und darauf zu warten, dass andere sich um alles kümmern?

Was, wenn all Deine Entschuldigungen auf der Strecke blieben?

Was würdest Du machen?

Bild: Kenny Louie

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