Mehr Motivation durch ein bißchen Selbstbetrug

Motivation

Wenn wir irgendetwas von Bedeutung erledigen möchten, ist der Anfang meist das Schwerste. Sport treiben? – Zu anstrengend, heute nicht. Hausarbeit? – Mache ich morgen. Steuererklärung? – Ist noch eine Woche Zeit.

Oft schieben wir Dinge auf, weil sie wie unüberwindbare Barrieren erscheinen. Objektiv betrachtet sind sie absolut machbar, wenn wir uns nur dazu bringen könnten anzufangen. Auf einem gewissen Level wissen wir das auch. Wir haben die gleiche Situation schon erlebt. Mehr als einmal. Und trotzdem verlegen wir uns weiter aus Aufschieben.

Aber wie anfangen? Wie durchbricht man den Kreis des Aufschiebens? Die Antwort: Durch ein klein wenig Selbstbetrug. Wie das geht? Indem man sich minimale Ziele steckt.

Vor kurzem fand ich mich in der Situation, dass ich meine Trainingseinheit aus verschiedenen Gründen verschieben wollte (“was wenn im etwas im Fernsehen läuft, das nie wieder gezeigt wird?”). Rational gesehen weiß ich, dass Gewichte heben eine meiner liebsten Beschäftigungen auf der Welt ist. Ich wusste außerdem, dass ich mich danach besser fühlen würde. Trotzdem wollte sich keine Motivation einstellen (und ich wollte mir gerne selbst ins Gesicht schlagen).

Also habe ich Folgendes gemacht: Ich habe mir selbst das Ziel gesetzt, nur einen einzigen Satz einer einzigen Übung zu machen (Schrägbankdrücken mit Kurzhanteln, wer es wissen will) und zwar mit einem absolute machbaren Gewicht. Das war alles, ein lausiger Satz und ich hätte mir selbst einen Trainingserfolg verbuchen dürfen.

Im Endeffekt habe ich Folgendes gemacht:

Der Grund, warum dies funktioniert, ist weil durch das minimale Ziel psychologisch eine sehr niedrige Hürde entsteht. Von weiter weg betrachtet können alle Aufgaben riesig aussehen. Sobald man aber damit anfängt, realisiert man oft schnell, dass die Herausforderung nicht so groß ist wie gedacht. An diesem Punkt haben wir oft bereits genug Eigendynamik entwickelt, so dass der Rest zum Selbstläufer wird.

Hätte ich mir in diesem Fall vorgenommen 45 Minuten zu trainieren, hätte ich vielleicht garnicht erst angefangen. Aber 5 Minuten? Sicher, los geht’s. Diese 5 Minuten, dieser eine Satz war alles was nötig war, um bei meiner Motivation den Schalter auf Autopilot zu stellen. Alles was ich tun musste, war anfangen, der Rest der Einheit lief wie von selbst.

Diese Taktik benutze ich inzwischen für alles. Sport, Wohnung aufräumen und andere Hausarbeiten, Bewerbungen schreiben, fast alles kann man angehen, wenn man sich ein wenig selbst betrügt. Auch der vorliegende Artikel ist auf diese Art und Weise entstanden. Ich hatte mir lediglich zum Ziel gesetzt, einen einzigen Satz aufzuschreiben, der mir im Kopf herumschwebte. Daraus wurde ein Absatz, dann zwei und schon bald war ein ganzer Artikel entstanden.

Hast Du Motivationsprobleme? Welche minimale Verpflichtung könntest Du eingehen? Erzähl uns davon in den Kommentaren.

Bildquelle: flickr

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3 Kommentare

  1. 07 / Apr / 2013
    FreddyFry

    Übrigens: Ich würde mich über einen veganen Ernährungsplan fürs Fitness freuen. Ich kriege mein Körpergewicht aber einfach nicht über 15 Kilo… Wäre vielleicht ein Blogartikel wert? Würde mich sehr freuen!!

  2. 02 / Apr / 2013
    FreddyFry

    Kenne ich nur allzu gut! Danke für den schönen Artikel!
    Ich habe vorhin mit dem Ding die halbe Wohnung geputzt – als Teaser habe ich nur ein Fenster genommen:) Geiler Plan: Jetzt werde ich noch etwas Sport machen…

    • 03 / Apr / 2013
      Nick Schäferhoff

      Freut mich zu hören. Immer weiter so!

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