Ziele (IV): Der erste Schritt – Der Beginn von Veränderung

goals - the first step

Wann immer wir versuchen etwas in unserem Leben zu ändern, auch zum Positiven, oder wenn wir etwas unternehmen, das uns am Herzen liegt, treffen wir auf einen bekannten Gegner: Widerstand. Hindernisse werden auftauchen. Manche von ihnen können wir erkennen, andere nehmen wir nicht einmal wahr. Das ist der Gang des Universums und die Natur von Zielen. Wenn Du keine Angst davor hättest, wäre es Dir auch nicht wichtig. Widerstand ist Teil des Prozesses und der erste Schritt ist, es zu akzeptieren.

Nein, es ist nicht rational aber wer hat das schon behauptet? Verzweifle also nicht, wenn Du innerlich geradezu lachhafte Vorwände erfindest, warum Du Dein Vorhaben nicht durchziehen solltest. Benutze sie auch nicht als Grund, Dich selbst zu verurteilen. Das ist kein Zeichen persönlicher Schwäche. Es heißt nicht, dass Du faul, inkompetent oder irgendein anderes negatives Adjektiv bist. Es ist für uns alle das Gleiche.

Es gibt jedoch Wege, den Widerstand zu minimieren und drastisch die Zahl an Vorwänden, Hindernissen, Hürden, Ausflüchten, Stolpersteinen und Dingen, die unser Verstand und unser Unterbewusstsein (diese Bastarde) uns zwischen die Beine werfen können, zu reduzieren. Das Schlüsselwort ist Eingangsbarrieren und um uns den Beginn einfacher zu machen ist es wichtig, diese von Anfang an zu eliminieren.

Wie der erste Schritt einfach wird

Ich habe bereits früher an dieser Stelle darüber geschrieben. Eingangsbarrieren sind Hürden, die wir überwinden müssen um in unserem Leben etwa zu ändern. Der Grund, warum es viele Menschen nicht schaffen liegt daran, dass wir oft zu ambitioniert mit unseren Zielen sind. Wir wollen zu viel zu schnell und brauchen daher eine Menge Willenskraft, eine sehr unbeständige und wenig verlässliche Form von Energie. Indem wir die Eingangsbarrieren von Anfang an reduzieren, geben wir uns eine weit bessere Chance zum Erfolg. Wie das funktioniert? Ich bin froh, dass Du nachfragst.

Klein anfangen

Etwas zur Gewohnheit zu machen ist weitaus wichtiger für die Verhaltensänderung als sofort riesige Ergebnisse zu erzielen. Kleine Veränderungen, die in nachhaltigen (und skalierbaren) neuen Verhaltensmustern resultieren machen langfristigen Erfolg weitaus wahrscheinlicher als übereifrig alles zu geben und sich zu verheizen. Nimm also was immer Du denkst was Deine neue Gewohnheit sein sollte und reduziere es radikal auf 10 bis 20 Prozent. Ich meine damit Folgendes:

  • Wenn Du morgens eine halbe Stunde laufen gehen willst, beginne mit 5 Minuten
  • Anstatt Deine Ernährung auf einen Schlag komplett umzustellen, verändere eine Sache an Deinem Frühstück und lass alles andere gleich
  • Um eine neue Sprache zu lernen, starte mit 5 Wörtern am Tag

Du kannst später immer noch mehr tun. Konzentriere Dich auf anfangs darauf, wenig zu ändern, es aber Teil Deiner Routine zu machen. Ich hatte bereits die Angewohnheit, jeden Tag sehr viel zu schreiben, daher war ich selbstbewusst, dass für diese Projekt eine Stunde morgens machbar ist. Wenn ich gerade erst mit Bloggen anfangen würde, hätte ich mir erst einmal nur ein Ziel von 5 Minuten oder 100 Wörtern oder etwas anderes definitiv Machbares gesetzt. Tatsächlich habe ich mich genau auf diese Weise bis zu einer Stunde gesteigert.

Zeitlich begrenzen

Vergiss all die Versprechen, die die Worte „niemals“ und „von heute bis in die Ewigkeit“ beinhalten (außer wenn Dein Partner, ein Priester und zwei Ring involviert sind – hier solltest Du es wirklich ernst meinen). So etwas führt nur dazu, dass Dein Verstand in die Zukunft mit all ihren Eventualitäten projiziert und Du Dich fühlst als ob Du alles gleichzeitig angehen müsstest.

Der Schlüssel ist, sich nur für eine kurze Zeit zu verpflichten. Eine Woche oder zwei reichen aus. Sogar nur ein Tag kann funktionieren. Lies zum Beispiel wie dieser Mensch durch ein Training für Spezialeinheiten gekommen ist indem er sich geschworen hat er würde „morgen aufgeben“, es aber vorher noch durch den einen Tag schaffen.

Auf die gleiche Art und Weise habe ich vor zwei Jahren mit dem Kaffeetrinken aufgehört (ich vermute das ist nicht ganz das Gleiche wie Spezialeinheitentraining), einen Tag nach dem anderen anstand „ich werde nie wieder Kaffee trinken“. Was auch immer Du also in Deinem Leben ändern möchtest, reduziere die Zeit, für die Du Dich verpflichtest. Auf diese Weise bist Du in einer besseren Position es später zu verlängern.

Vereinfachen

“Here’s how you run a marathon; Step one: start running. There is no step two.”

- Barney Stinson, How I met your mother

Was wäre, wenn der beste Weg zum Abnehmen wäre von einem Leoparden gejagt auf einem Einrad zu fahren und dabei flammende Schwerter zu jonglieren (Geschäftsidee!)? Glaubst Du, damit würden wir das weltweite Übergewichtsproblem in den Griff bekommen? Simpel ist immer besser als kompliziert, das gilt auch für Verhaltensänderung. Wähle etwas, das nicht die gleiche Menge an Anleitung braucht wie schwedische Möbel aufzubauen. Fünf Liegestütze sind eine gute Art und Weise um eine Fitnessroutine zu beginnen. Alles was Du brauchst ist ein Boden. Den hast Du, oder?

Das gleiche gilt für das Equipment, ziele auf Minimalismus. Keine Gimmicks, keine Extras. Du musst nicht erst die „perfekte Workout-App“ finden, das neueste Produktivitätstool oder andere Wege der mentalen Selbstbefriedigung. Je komplizierter Du es machst, desto mehr musst Du nachdenken und damit mit geringerer Wahrscheinlichkeit tatsächlich beginnen. Vermeide den altbewährten Vorwand „Mangel an Ausrüstung“.

Einen Auslöser finden

Um Veränderung zu erreichen, ist es wichtig Bewusstsein dafür zu schaffen. Platziere etwas in Deiner Umgebung, dass Dich an das erinnert, was Du tun willst und als Auslöser für Dein neues Verhalten fungiert. Das kann eine Flasche Wasser auf dem Waschbecken im Bad sein, um Dich Dir ins Gedächtnis zu rufen, morgens als erstes zu trinken. Oder Deine Laufschuhe draußen vor der Schlafzimmertür. Eine Notiz auf der Kaffeemaschine oder Dein Foto auf dem Kühlschrank. Irgendetwas, das Deine alte Routine unterbricht und Dich dazu bewegt, Deinen Plan auch durchzuführen. In meinem Fall: Laptop auf dem Küchentisch – Check.

Und das ist alles. Die obigen Prinzipien sollten ausreichen um Dir den Beginn zu ermöglichen. Du kannst damit anfangen, eine neue Gewohnheit zu formen, die positive Veränderung in Dein Leben bringen wird. Im nächsten und letzten Schritt werden wir die geheime Zutat hinzufügen, die garantiert, dass Du Deinen Plan auch durchziehst und nicht nach der Hälfte aufgibst: Verantwortlichkeit.

Welchen ersten Schritt kannst Du tun, um Veränderung in Dein Leben zu bringen? Wie kannst Du die Gürden reduzieren? Erzähl uns davon in den Kommentaren.

Bildquelle: Vernon Chan / Flickr

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