Ziele (V): Verantwortlichkeit oder Der ausschlaggebende Faktor um Deine Ziele tatsächlich umzusetzen

Verantwortlichkeit Acctoutability

„Was zur Hölle stimmt mit mir nicht?!“ Die Frage hallte wieder und wieder in meinem Kopf. „Warum kriege ich meinen Kram nicht geregelt?“ Ich war zurück auf der Couch, Fernsehen und Videospiele spielen. Alles andere tun außer dem, was ich sollte. Was ich mir selbst versprochen hatte zu erledigen. Und ich hasste mich dafür.

„Du kannst das. Es ist nicht schwer. Steh einfach auf und mach es.“ Natürlich war ich in der Lage. Das war nicht das Problem. Ich besaß alle nötigen körperlichen und mentalen Fähigkeiten. Aber der innere Widerstand, oh der Widerstand. Es war so viel einfacher all die anderen Dinge zu tun. Und sicherlich musste irgendjemand Fernsehen gucken? Warum sonst läuft dort den ganzen Tag etwas?

Was genau vermied ich zu tun? Ich weiß es nicht und es ist nicht weiter wichtig. Aber ich war oft genug in dieser Situation und ich vermute, Dir geht es ebenso. Damals als Du Dir versprochen hast regelmäßig Sport zu machen. Oder davor, als Du geschworen hast mit dem Rauchen aufzuhören. Oder Dein Plan „von jetzt an gesund zu essen“.

Aber dann hattest Du einen stressigen Tag. Deine Motivation war im Keller. Und Du hast Dir gesagt, dass es ok wäre, die Trainingssession zu verpassen, „diese eine Zigarette“ zu rauchen, oder dass in Kuchenglasur sicherlich auch Vitamine sind, warum sonst sollte die so bunt sein? Der erste Rückschritt und schon bald fandest Du Dich in Deiner alten Routine wieder.

Bist Du ein hoffnungsloser Fall?

Ich habe gute und schlechte Nachrichten. Die gute Nachricht ist, dass mit Dir alles in Ordnung ist. Wirklich. Wenn Dir das alles bekannt vorkommt, heißt das nur, dass Du ein Mensch bist. Du bist ebenso imperfekt wie alle anderen auch und kämpfst mit den gleichen Dingen wie wir alle. Sei also nicht zu hart zu Dir.

Die schlechte Nachricht ist, dass mit Dir nicht alles in Ordnung ist (hä? Aber Du hast doch gesagt…). Nicht mit Dir persönlich. Mit Deiner Methode. Wenn Du diese Erfahrung wieder und wieder machst, wenn Du wiederholt daran scheiterst langfristige Veränderung in Deinem Leben vorzunehmen, funktioniert offensichtlich etwas nicht.

Ich war in der gleichen Situation. Sehr oft. Ich habe mit Begeisterung etwas neues begonnen, um es dann wieder aufzugeben. Habe etwas anderes angefangen – gleiche Geschichte. Ich war wieder und wieder erfolglos in meinen Versuchen während meine Frustration zunehmend wuchs. Ich war kurz davor zu resignieren. Vielleicht war ich „einfach nicht der Typ dafür“.

Doch irgendwann fand ich den kritischen Faktor, der endlich Veränderung in mein Leben brachte: Verantwortlichkeit.

Verantwortlichkeit – Am eigenen längeren Hebel sitzen

Wenn Du niemanden hast vor dem Du geradestehen musst außer Dir selbst, hängt Dein Erfolg komplett von Dir ab – Deinen Ressourcen, Deiner Willenskraft und Deiner Motivation. Abhängig von Deiner derzeitigen Lebenssituation, können diese alle sehr unbeständig sein.

Selbstverständlich kannst Du eine Weile alleine herumbasteln. Auch das funktioniert. Wenn Du diszipliniert und ehrgeizig genug bist, kannst Du alle möglichen Dinge auf die Beine stellen. Höchstwahrscheinlich gibt es auch Teile Deines Lebens, in denen das kein Problem ist. Wo alles unter Kontrolle ist.

Doch es wird einen Part oder mehrere geben, wo Du etwas vermeidest, etwas von dem Du tief in Dir drin weißt, dass Du es angehen musst. Ich bin sicher, wenn Du ehrlich zu Dir selbst bist, bist Du Dir dessen bewusst und auch, dass Du es bisher nicht geschafft hast, alleine etwas zu ändern.

Das zuzugeben ist nichts beschämendes. Du bist deswegen kein schlechterer Mensch. Es ist nur eine Tatsache und bedeutet, dass Du Dich anpassen musst und vielleicht etwas Hilfe von außen benötigst.

Heißt das, Du sollst die Kontrolle über Dein Leben aus der Hand geben und jemand anderes darüber bestimmen lassen? Auf keinen Fall. Aber in gewisser Hinsicht tust Du das bereits. Wenn Du Dein Leben nicht zum Besseren ändern kannst, lässt Du Deine schlechten Angewohnheiten, destruktiven Verhaltensweisen und andere negative Dinge den Laden schmeißen. Hört sich das nach Kontrolle an?

Ich will aber nicht mit den anderen spielen

Ich selbst habe es lange vermieden, mir Verantwortlichkeiten zu schaffen. Ich hatte panische Angst davor, vor jemand anderes zu versagen. Ich wollte nicht öffentlich zugeben, dass ich vielleicht nicht stark genug war, meine Pläne zu verwirklichen. Ich dachte ich könnte einfach alles alleine machen. Ich dachte ich wäre die Ausnahme. Wir alle denken das. Sind wir aber nicht.

Wir sind manchmal faul und leicht abgelenkt, haben einen schlechten Tag oder gerade an etwas anderem mehr Interesse. Das ist kein Urteil, sondern ein Fakt. Es sagt nichts über uns aus, sondern ist Teil der menschlichen Natur.

Veränderung ist unangenehm. Sie kann sehr frustrierend sein. Der Trick ist, etwas zu schaffen, das noch ein bisschen unangenehmer ist und damit unseren Widerstand außer Kraft setzt. Und das ist der Punkt, an dem Verantwortlichkeit ins Spiel kommt.

Sie ist der ausschlaggebende Faktor wenn es darum geht, den eigenen Hintern hochzubekommen. Du kannst alles andere falsch machen, aber wenn Du jemanden hast, vor dem Du Verantwortung ablegen musst und dem Du Antworten schuldig bist, können große Dinge passieren.

Wie Du Verantwortlichkeit in Deinem Leben schaffst

Finde einen Partner

Wenn Du nicht in der Lage bist, alleine etwas zu verändern, finde jemanden der Dir hilft. Speziell jemanden, der Dir wichtig ist, dessen Meinung Du wertschätzt und den Du nicht enttäuschen möchtest. Dies kann ein Freund, Elternteil, Beziehungspartner, Mentor oder jemand anderes sein, der Dir nahesteht.

Erzähle ihnen, dass Du etwas ändern willst. Dass Du etwas positives in Dein Leben bringen möchtest und dass sie Dich zur Verantwortung ziehen sollen. Weil Du es diesmal durchziehen willst.

Lediglich die Tatsache jemanden zu haben vor dem Du Rechenschaft ablegen musst, der Dich auf Deine Ausflüchte hinweist und den Du nicht enttäuschen willst, kann Wunder wirken. Es kann das kleine Bisschen mehr Hebelwirkung sein, das Dich dazu bringt, Deinen Plan in die Wirklichkeit umzusetzen.

Setze etwas aufs Spiel

Studien haben gezeigt, dass Menschen stärker auf die Vermeidung von Verlust ansprechen als auf die Aussicht auf Gewinn. Das heißt, Du wirst härter arbeiten wenn Du Gefahr läufst etwas zu verlieren, als für eine Chance etwas zu bekommen. Du kannst diese Tatsache nutzen um Dich zu motivieren, indem Du kleine Wetten gegen Dich selbst abschließt. Es funktioniert wie folgt:

Stelle einen Scheck über einen Geldbetrag aus, den Du ungern verlieren würdest. Gib diesen Scheck an einen Verantwortungspartner mit der Maßgabe, dass wenn Du Deine Aktivität nicht bis zu einem bestimmten Zeitpunkt absolviert und per Telefon oder Email Bericht erstattest hast, er das Geld sofort für sich selbst auf den Kopf hauen soll. Am Besten für etwas, dass sehr schnell an Wert verliert.

Glaubst Du, das könnte Dich ausreichend motivieren? Meinst Du, so könntest Du endlich aktiv werden?

Es ist dabei wichtig, dass Du einen Partner findest, der Dich tatsächlich zu Verantwortung zieht und der objektiv entscheidet ob Du Dein Vorhaben durchziehst oder nicht. Anstatt Geld kannst Du auch andere Dinge einsetzen, die Dir wichtig sind: Deine PlayStation, Deinen iPod etc. Oder Du kannst den Scheck an eine „Anti-Charity“ ausstellen, heißt eine politische Partei oder eine Organisation, die Du hasst und wo Du das Geld lieber verbrennen würdest als es ihnen zu geben. Der Onlineservice Stickk basiert auf dieser Idee.

Übertreibe es hiermit nicht. Gib nicht Dein Erstgeborenes her oder lass jemanden Dein Haustier erschießen, wenn Du nicht einmal die Woche den Rasen mähst oder andere extreme Mittel. Finde lediglich etwas, das Dir das Gefühl gibt, Dir gegenüber genug Hebelwirkung zu haben. Du wirst merken wenn es so ist.

Gründe oder tritt einer Mastermind Group bei

„Mastermind Groups“ sind Gruppen von Menschen mit ähnlichen Zielen, die sich regelmäßig treffen um sich gegenseitig Rückmeldung zu geben, voreinander gerade zu stehen und sich gegenseitig zu helfen. Das Konzept geht zurück auf Napoleon Hills Klassiker Think and grow rich.

Die Idee ist, jemand anderes oder eine Gruppe von Leuten zu finden, die auf dem gleichen Weg sind wie Du. Die etwas in ihrem Leben ändern möchten und die auf die gleichen oder ähnliche Ziele hinarbeiten. Haltet regelmäßige Treffen ab. Die Anderen können neue Ideen hervorbringen, Dinge aus einer anderen Perspektive sehen und Dich aufbauen, wenn Du demotiviert bist. Am wichtigsten ist, dass Du auf diese Weise jemanden hast, dem Du Rede und Antwort schuldest.

Eine meiner besten Entscheidungen 2013 war eine solche Gruppe mit meinem Bruder zu gründen. Er ist selbstständiger Mediengestalter (Du findest ihn hier) und wir haben daher in unserem Berufsleben oft mit den gleichen Themen zu tun. Wir treffen uns nun wöchentlich online und geben uns Rückmeldung zu unserer Arbeit, entwickeln zusammen Pläne und ziehen uns gegenseitig zur Verantwortung (außerdem tragen wir digitale Schnurrbärte).

Verantwortlichkeit schaffenGeh an die Öffentlichkeit

Diesen Blog zu schreiben ist eine weitere Art Verantwortlichkeit zu schaffen. Ein Ziel öffentlich bekannt zu geben setzt Dich der Gefahr des Lächerlichmachens aus, wenn Du es nicht durchziehst. Ich habe vor mehreren hundert Menschen mein Ziel verkündet, jede Woche wenigstens einen Blogpost zu veröffentlichen. Wenn ich jetzt scheitere, ist es nicht in der privaten Umgebung meines Zimmers sondern vor allen Menschen, die jeden Tag meinen Blog lesen.

(Randbemerkung: Falls es irgendein Dienstag in der Zukunft ist und hier kein neuer Artikel steht, schreib mir eine und frag was denn da wohl los ist. Ernsthaft.)

Erzähle also anderen von Deinen Plänen. Je öffentlicher, desto besser. Schreib einen Blog, teile es auf Facebook, verkünde Dein Ziel vor Deinen Eltern, Kindern, Freunden, Kollegen und Fremden auf der Straße. Verteile Flyer vor dem Supermarkt, schalte eine Anzeige in der Zeitung und spreche es auf Deinen Anrufbeantworter. Erzähl von Deinen Fortschritten, Rückschlägen, Erfolgen und Schwierigkeiten. Du wirst sehen, ein öffentliches Ziel zu haben kann eine große Motivationsquelle sein.

Verantwortlichkeit ist ein mächtiges Werkzeug um Dich in Richtung Deiner Ziele zu bewegen. Wenn Du Veränderung in Deinem Leben erreichen willst, empfehle ich Dir irgendeine Form von Verantwortlichkeit zu etablieren. Es hat in meinem Leben viele Dinge vom „Ich sollte/Ich will/Ich würde gerne“-Stadium in Richtung Handeln und Resultate erzielen bewegt. Und ich bin gerade erst am Anfang. Wage es also etwas Druck auf Dich selbst auszuüben, es hat das Potential Dein Leben sehr viel besser zu machen.

Das war es soweit mit der Serie über Ziele. Wenn Dir diese Artikel gefallen haben, fühle Dich frei Dich in der Mailingliste einzutragen und sofort davon zu hören, wenn es neue Artikel gibt (rechne jeden Montag mit einer Email– habe ich schon erwähnt, dass es umsonst ist und Deine Daten absolut sicher sind?). Wir sprechen uns bald.

Wie kannst Du Verantwortlichkeit in Deinem Leben schaffen? Vor wem kannst Du Rechenschaft ablegen? Habe ich etwas vergessen? Hinterlasse einen Kommentar.

Bildquelle: Justin See/Flickr

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2 Kommentare

  1. 27 / Jan / 2014
    FreddyFry

    Schöner Artikel, mal wieder vielen DAnk! Öffentlicher Druck (durch Bekanntgabe) hat mir wesentlich dabei geholfen, mit dem Rauchen aufzuhören!! Mastermind Groups erscheinen mir auch eine tolle SAche – zum Beispiel: einmal die Wochen in den Park zum Joggen treffen. Wer nicht kommt, stinkt;)

    • 27 / Jan / 2014

      Gerne. Danke Dir für diesen Kommentar. Und Glückwunsch zu der Entscheidung mit dem Rauchen aufzuhören. Nicht mehr zu rauchen war auch eines besten Dinge, die ich im Leben getan habe (ist aber auch schon mehr als 10 Jahre her).

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